Warnstreik Krone

(11.03.2021) Erste Warnstreikwelle in Ostfriesland und im Emsland. Über 500 Metaller*innen beim Fahrzeugwerk Bernard Krone in Werlte und beim LEDA Werk in Leer beendeten ihre Arbeit eine Stunde früher. Sie sehen die Wirtschaft besser aufgestellt als die Arbeitgeberseite darstellt und fordern daher nach drei Jahren wieder ein Lohn-Plus.

Die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie bleibt nach 4 Verhandlungsrunden weiterhin ohne Ergebnis. Deshalb machen die Metaller*innen Druck in den Betrieben. Auch in Ostfriesland und im Emsland fordern die Beschäftigten die Arbeitgeberseite auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben. Die IG Metall fordert tarifliche Regelungen zur Sicherung von Beschäftigung, z. B. durch Modelle der Arbeitszeitabsenkung mit Teilentgeltausgleich. Auch soll die Ausgestaltung von betrieblichen Zukunftstarifverträgen verbindlicher geregelt werden. Angesichts der sehr unterschiedlichen Lage in der Metallbranche wird eine Entgelterhöhung von 4 Prozent gefordert, wobei dieses Entgeltvolumen bei betrieblicher Krise auch für Maßnahmen der Beschäftigungssicherung einsetzbar sein soll.

Am Donnerstag legten im Rahmen der ersten Warnstreikwelle bereits am frühen Nachmittag rund 350 Beschäftigte des Fahrzeugwerks Bernard Krone in Werlte ihre Arbeit für eine Stunde früher nieder und beendeten ihre Schicht. Mit der Spätschicht sind weitere 150 Mitarbeiter aufgerufen. Die Vertrauensleute der Gewerkschaft fordern neben Modelle für Zukunftstarifverträge eine deutliche Lohn- und Gehaltssteigerung. „Die Kolleginnen und Kollegen haben über 15 Monate durch Kurzarbeit im Betrieb eine schwierige Zeit durchgemacht. Die Corona-Einschränkungen haben die Kollegen ebenfalls belastet, gemeinsam haben wir den Laden am Laufen gehalten, jetzt sind Lohnerhöhungen dringend notwendig“, so fasst der Sprecher der Vertrauensleute, Arnold Knobel die Stimmung im Betrieb zusammen.

Zeitgleich haben rund 85 Beschäftigte vom Leda Werk in Leer über alle Schichten ihre Arbeit ebenfalls eine Stunde früher beendet. Für Siegbert Knoop, Betriebsratsvorsitzender, hat sich die wirtschaftliche Lage in vielen Betrieben im Vergleich zu den Prognosen von Mai 2020 weitaus besser und entspannter entwickelt. Nach drei Jahren ohne Lohnerhöhung sei nun eine Entgelterhöhung sehr wohl machbar.

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