Beschäftigte fordern mehr Einsatz für zukunftsfähige Arbeitsplätze

FAIRWANDEL-Aktionstag der IG Metall in Papenburg

(29.10.2021) Papenburg. Am 29. Oktober finden in ganz Deutschland betriebliche Aktionen der IG Metall statt. Unter dem Motto „FairWandel – sozial, ökologisch, demokratisch“ demonstrieren Metaller und Metallerinnen für eine sichere und soziale Zukunft ihrer Arbeitsplätze.
In Papenburg fand die Kundgebung bereits einen Tag früher statt. Rund 200 Teilnehmer waren bei der Aktion bei KS Gleitlager von 13 bis 14 Uhr vor Ort. Mit unterstützt haben Kolleginnen und Kollegen vom Fahrzeugwerk Krone, der Meyer Werft, von ttp (Salamander) und Coats Opti.
„Es geht um viel. Jetzt werden die Weichen für unsere Zukunft gestellt“, macht der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Leer-Papenburg, Thomas Gelder deutlich. Im Hinblick auf die laufenden Koalitionsverhandlungen sei die Politik gefordert, mehr in den Erhalt und Umbau industrieller Arbeitsplätze zu investieren. Er bedankte sich für die Teilnahme der Bundestagsabgeordneten Anja Troff-Schaffarzyk (SPD), Julian Pahlke (Die Grünen) und Gitta Connemann (CDU) verbunden mit der Aufforderung den anstehenden Wandel auch für eine sozialere Arbeitswelt und den Erhalt von tarifgebundenen Arbeitsplätzen politisch aktiv mit zu gestalten.
„Wer einen Aufbruch in eine moderne, nachhaltige Wirtschaft entfachen wolle, müsse an die Beschäftigten denken, an den sozialen Zusammenhalt vor Ort“, so Gelder.
Nico Bloem, Betriebsratsvorsitzender der Meyer Werft, stellt klar, Transformation der Industrie betreffe auch die Werften. Aber der technologische Wandel zu mehr Klimaneutralität erfordere zukunftsfähige Arbeitsplätze und eine sichere Ausbildung. „Neue Produkte und neue Wertschöpfung können nur mit einer qualifizierten Stammbelegschaft bewältigt werden. Langjährig erfahrene Werftmitarbeiter jetzt zu entlassen und tarifgebundene Arbeitsplätze durch ungeregelte Werkvertragsarbeit auszutauschen ist ein Irrweg. Stattdessen brauchen wir eine Qualifizierungsoffensive, um die Kolleginnen und Kollegen auf diese Arbeitswelt von morgen vorzubereiten“, so Bloem.
Die Folgen der Transformation für einen Zuliefererbetrieb in der Automobilindustrie und die möglichen Alternativen zeigte der Betriebsratsvorsitzende Frank Sonntag am Beispiel KS Gleitlager auf. Ein Wandel sei möglich, er müsse aber von den Unternehmen ernsthaft gewollt, rechtzeitig eingeleitet und mit ausreichendem Investitionskapital ausgestattet werden. Und die Kolleginnen und Kollegen müssten mitgenommen werden.
Lina Rosenboom (Jugend- und Auszubildendenvertretung Meyer Werft) fasste die Forderungen der IG Metall Jugend zusammen. Es brauche gerade in der Krise eine Ausbildungsgarantie und eine unbefristete Übernahme nach der Ausbildung. Die Auszubildenden könnten nicht nachvollziehen, wenn Stellenabbau auch noch durch Steuern finanziert werde.

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